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Personenzentrierter Ansatz nach Tom Kitwood für den Umgang mit Menschen mit Demenz

Therapeutisches Gammeln – Oder: Kitwood hat doch recht!

Der lukrative Demenz-Markt wird zunehmend größer, unübersichtlicher und „abenteuerlicher“. Zum Beispiel sitzen demente alte Menschen an Bushaltestellen, an denen nie ein Bus anhält; man zeigt ihnen Mütter, die vor ihren Augen mit einem Baby hantieren - Baby-Watching - (oder doch eher: Geronto-Peep-Show?), sie produzieren selbstgemalte Bilder, über die sich dann eifrige Kolleg*innen der Sozialen Betreuung profilieren können: „Schaut einmal, was wir alles aus den dementen Alten noch rausholen“.


Das Therapieangebot für Menschen mit Demenz fragt selten nach, ob entsprechende Maßnahmen auch dem Wohlbefinden dienen. Genau hier setzt das vorliegende Seminar an. Es versucht eine Lanze zu brechen für den "person-zentrierten Ansatz", der sich an der Lebensqualität und dem Wohlbefinden der Betroffenen orientiert. Hierüber erhalten Demenzerkrankte ihre Autonomie wieder zurück. Nicht Training und Therapie stehen hier im Mittelpunkt, sondern Ansätze, die Freude, Lust, Trauerarbeit und Eigenständigkeit unterstützen.


Im Ruhrgebiet war es in den sogenannten Kolonien (Bergarbeitersiedlungen) üblich, dass über den Tag die Hausfrauen, auf einem Kissen aufgelehnt mit einer Tasse Kaffee in der Hand, stundenlang aus dem Fenster schauten. Hierbei entstanden dann kleine Gespräche zwischen den Nachbar*innen. Solche Alltagsaktivitäten sollten auch in den therapeutischen „Bauchladen“ aufgenommen werden. Möchten Sie das dann gegenüber dem MDK oder der Heimaufsicht rechtfertigen, dann nennen Sie es halt: „Therapeutisches Gammeln“ oder „Zielgerichtetes Nichts-Tun“. Setzen sich dann Mitarbeiter in „Tuchfühlung“ neben den Bewohner, entsteht ein „körpernaher Dialog“.


Inhalte:

  • Erlebenswelt von Menschen mit Demenz
  • Vorherrschende emotionale Lage der Betroffenen
  • Pflegeheime als „fremde Welt“
  • Vorbereitung und Durchführung des „Therapeutischen Gammelns“
  • Erfassungsinstrument für das Wohlbefinden bei Demenzbetroffenen
  • Diverse Angebote der Demenzbetreuung kritisch hinterfragt


Hinweis: Diese Fortbildung kann nach § 43 b SGB XI als Pflichtfortbildung für Alltagsbegleiter*innen anerkannt werden.


Zielgruppe: Pflegefachkräfte, Pflegehelfer*innen, Sozialer Dienst, Alltagsbegleiter*innen, Betreuungskräfte

Status: Anmeldung möglich

aktuell 8 freie Plätze

Kursnr.: A23-03.1

Beginn: Di., 30.05.2023

Ende: Di., 30.05.2023

Dauer: 1 Tag

Anmeldeschluss: 04.04.2023

Teilnahmegebühr für interne Teilnehmer*innen:1 140,00 € inklusive Verpflegung
Teilnahmegebühr für externe Teilnehmer*innen: 160,00 € inklusive Verpflegung



1: interne Teilnehmer*innen sind alle Mitarbeiter*innen des AWO Bezirksverbands Mittelrhein und seiner Tochtergesellschaften

AWO Marie-Juchacz-Zentrum
Rhonestr. 5
50765 Köln

Datum
30.05.2023
Uhrzeit
09:30 - 17:00 Uhr
Ort
AWO Marie-Juchacz-Zentrum